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Neuberechnung möglicher Speicherkapazitäten

Die Speicherkapazitäten von CO2 sind für die Entwicklung der CCS-Technologie eine Größenordnung, die derzeit noch sehr auf Schätzwerte angewiesen ist.

Die bisherigen, bewusst groben Zahlen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) von 2005 gingen von einem möglichen Speicherpotenzial für CO2 in Deutschland von 20 plus/minus acht Milliarden Tonnen aus. Diese Zahlen beziehen sich auf die beiden wesentlichen geologischen Formationsarten, die in Deutschland für die Speicherung von CO2 aus Kraftwerken und Industrieprozessen in Frage kommen: Poröse salzwasserführende Sandsteinformationen – so genannte Saline Aquifere – und nahezu ausgeförderte Erdgasfelder.

Neueste Abschätzungen der BGR siedeln die tatsächliche Speicherkapazität am unteren Rand des bisher angegebenen Spektrums an. Die Autoren des Artikels „Neuberechnung möglicher Kapazitäten zur CO2-Speicherung in tiefen Aquifer-Strukturen“, der kürzlich im Fachmagazin „Energiewirtschaftliche Tagesfragen“ veröffentlicht wurde, kommen danach auf eine potenzielle CO2-Gesamtspeicherkapazität von circa zwölf Milliarden Tonnen. Dennoch, so die Geowissenschaftler, ist „in tiefen salinaren Aquiferen ausreichend Speicherraum für einen klimawirksamen Anteil der CO2-Emissionen aus den großen Punktquellen für weit mehr als eine Kraftwerksgeneration vorhanden“.

Davon entfallen nach den neusten Schätzungen rund 9,3 Milliarden Tonnen auf die so genannten salinen Aquifere und 2,75 Milliarden Tonnen auf Erdgasfelder.

Die zuvor angenommene Speicherkapazität in salinen Aquiferen basiert auf verschiedenen Regionalstudien in den Bereichen des deutschen Sektors der Nordsee, des norddeutschen Beckens und des Alpenvorland-Beckens. Mit Blick auf die jetzt vorgelegte Neuberechnung betonen die Geowissenschaftler, dass es sich dabei nicht um eine Berechnung anhand neuer Daten, sondern lediglich um eine „methodische Aktualisierung“ handelt. Konkret heißt es in der Studie: „Für die hier erfolgte Bewertung des CO2-Speicherpotenzials in salinen Aquiferen in Deutschland sind die Berechnungen der Regionalstudien basierend auf aktuellen Erkenntnissen ergänzt und neu durchgeführt worden.“

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass weder die zuvor genannten Gebiete noch weitere potenzielle Speicheroptionen in anderen Regionen Deutschlands bislang vollständig erfasst sind, könnten nach Ansicht der Geowissenschaftler zukünftige Untersuchungen bisher unberücksichtigter Gebiete auch neue Hinweise auf zusätzliche Speicherpotenziale bringen, so dass die tatsächliche Kapazität für die Speicherung von CO2 letztlich höher liegen könnte, als momentan erwartet. Die bundesweite systematische Erfassung potenzieller Speicherkapazitäten wird derzeit im Rahmen des unter anderem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten „Speicher-Kataster“ vorbereitet. Zudem planen Unternehmen wie Vattenfall Europe derzeit Erkundungsmaßnahmen des Untergrundes in möglichen Speicherregionen durchzuführen, die genauere Erkenntnisse über die tatsächlich vorhandenden und für die CO2-Speicherung nutzbaren Speicherkapazitäten erbringen sollen.

Das Wuppertal Institut geht im zwischenzeitlich online verfügbaren Zwischenbericht „RECCS plus“ ebenfalls von einer deutlich geringeren Speicherkapazität für CO2 in Deutschland aus. In einem Artikel in der Fachzeitung „Energie & Management“ vom 15. Januar 2010 wird entsprechend eine Speicherkapazität von 3,2 bis 9,6 Milliarden Tonnen in salinen Aquiferen angegeben. Dabei beruhen die Ergebnisse ähnlich wie bei der BGR nicht auf neuen Erkenntnissen oder Untersuchungen sondern lediglich auf der einer Neuberechnung bestehender Abschätzungen auf Grundlage der „am sinnvollsten erscheinenden Parametern mit Effizienzverminderung (65-90%)“.

 
Letzte Aktualisierung 05.05.2010 von moldenburg
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