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© Quelle: Vattenfall Europe AG
Das Post-Combustion-Verfahren ist ein CO2-Abscheidungsprozess, der nach der Verbrennung des Energieträgers stattfindet. Das Rauchgas wird zunächst von Asche, Schwefel und Stickoxiden befreit. Anschließend wird das Kohlendioxid mit Hilfe von Lösemitteln aus dem verbleibenden Rauchgas herausgewaschen und für den Transport zur Speicherstätte vorbereitet. Dieses Abscheideverfahren kann bei bereits bestehenden Kraftwerken nachgerüstet werden.
Bei dem Post-Combustion-Verfahren wird Kohlendioxid nach der Verbrennung des Energieträgers im Kraftwerk aus den verbleibenden Rauchgasen herausgewaschen. Das Rauchgas wird zunächst von Asche, Schwefel sowie Stickoxiden befreit und gekühlt. Anschließend wird es in einen Wäscher (Absorber) eingeleitet, in dem ein Lösemittel das CO2 aufnimmt. Das mit Kohlendioxid „beladene“ Lösemittel wird im nächsten Schritt einem sogenannten Desorber zugeführt. Dort wird das Gas durch die Zufuhr von Energie aus dem Lösemittel herausgelöst. Das Lösemittel kann anschließend für einen neuen Waschprozess wiederverwendet werden. Das CO2 hingegen ist nach der Verflüssigung transportbereit.
Die Post-Combustion Technik kann bei bereits bestehenden Kraftwerken nachgerüstet werden. Hierfür wären nur geringfügige Veränderungen nötig. Aufgrund der zu erwartenden Minderung des Wirkungsgrades sind allerdings nur neuere Kraftwerke für die Nachrüstung geeignet.
RWE Power hat im August 2009 am Kraftwerkstandort Niederaußem in Nordrhein-Westfalen eine Pilotanlage zur Weiterentwicklung der CO2-Wäschetechnik in Betrieb genommen. Ziel ist es, die Waschmittel zu optimieren und die Wirkungsgradverluste durch Verbesserungen zu minimieren. E.ON hat im September 2009 am Standort Staudinger ebenfalls eine Testanlage mit Rauchgaswäsche in Betrieb genommen. Vattenfall plant, die Post-Combustion in Jänschwalde zu erproben.
Kraftwerke, die nachrüstbar sind und über die entsprechende Fläche für die Errichtung von Rauchgaswäscheanlagen verfügen, nennt man „Capture Ready“. Die europäische Richtlinie zur geologischen Speicherung von CO2 beinhaltet bereits eine „Capture Readiness“. Um gegenüber Betreibern, Behörden und Öffentlichkeit Transparenz zu schaffen, hat der TÜV Nord ein Zertifikat zur „Capture Readiness“ erarbeitet. Es nennt sich Climate Change Standard TN-CC 006: 2008-07 und ist zweieinhalb Jahre gültig.