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© Quelle: E.ON
Das isolierte Kohlendioxid muss schnell, sicher und kontinuierlich zur Speicherstätte transportiert werden. Der Einsatz einer Pipeline ist die sicherste, ökologischste und wirtschaftlichste Methode, um große Mengen CO2 zu transportieren. Pipelines sind weitgehend unabhängig von widrigen äußeren Umständen wie Wetter oder Staus. Zudem werden Pipelines weltweit für den Transport von Erdgas und anderen Medien eingesetzt und haben ihre Praxistauglichkeit seit langem bewiesen.
Der Einsatz einer Pipeline ist aufgrund der permanent zu befördernden Mengen sowohl wirtschaftlich und ökologisch als auch energetisch die optimale Methode, wie der Vergleich der Transportmöglichkeiten beweist. Basis der Berechnungen ist ein Kraftwerk mit einer Leistung von 1.000 Megawatt, das jährlich ca. fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid produziert, die zu einer geeigneten Speicherstätte transportiert werden müssen.
Mit dem Transport von CO2 via Pipeline sind bereits langjährige Erfahrungen gemacht worden. In den USA existiert beispielsweise ein 5.000 km langes CO2-Pipelinenetz, das im Rahmen des Enhanced-Oil-Recovery-Verfahrens seit über 30 Jahren erfolgreich genutzt wird.
Damit das Kohlendioxid während des gesamten Transports kontinuierlich durch die Pipeline strömen kann, wird es vorher durch Druck verdichtet. Unter Druck verändert das Gas seinen Aggregatzustand und kommt in eine quasi-flüssige Phase. Physiker bezeichnen diesen Phasenzustand als den „überkritischen Zustand.“ Das vermindert einerseits das Volumen und baut andererseits den nötigen Druck auf, mit dem CO2 über Distanzen von mehreren hundert Kilometern sicher durch die Pipeline bewegt werden kann. Bei noch weiteren Strecken sorgen Pump- und Zwischenverdichterstationen dafür, dass der Druck während des Transports nicht abfällt.
Es gibt verschiedene Studien zu den Kosten der CO2-Vermeidung durch CCS. Der Anteil der Transportkosten macht dabei den geringsten Teil aus – etwa zehn bis 15 Prozent. Der größte Anteil fällt bei der Abscheidung an.
Die Studie „Pathways to a low-carbon economy“ der Unternehmensberatung McKinsey aus dem Jahr 2009 beziffert die Kosten für die CO2-Vermeidung mit Hilfe der CCS-Technologie auf 35 bis 45 Euro in der Phase der Kommerzialisierung pro Tonne Kohlendioxid. Davon machen die Transportkosten via Pipeline etwa ein Zehntel aus. Sie liegen, je nach Menge und Entfernung, ab 4,50 Euro pro zu transportierender Tonne CO2.