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Startseite / Materialien / Veranstaltungsdokumentation / CCS-Innovation für den Klimaschutz, 02.04.2009

Regionale Informationsveranstaltung des IZ Klima e.V. am 2.4.2009 in Düsseldorf: "CCS - Innovation für den Klimaschutz - Potenziale, Chancen und Perspektiven einer zukunftsweisenden Technologie"

NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben
 

„Wir müssen neue Wege gehen“ fordert die NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben, „denn wir wollen, dass die bei uns gewonnene Braunkohle – die in NRW zehntausende Arbeitsplätze sichert – einen Platz im Energiemix behält. Wir haben jedoch auch das Problem, dass damit ein hoher Kohlendioxid-Ausstoß verbunden ist. Die heutige Veranstaltung sollte dazu genutzt werden, gemeinsam zu überlegen, was getan werden kann.“

Mit diesem Appell eröffnete die Wirtschaftsministerin die von IZ Klima initiierte Informationsveranstaltung „CCS – Innovation für den Klimaschutz“, die am 2. April in Düsseldorf stattfand.

Rund hundert Vertreter aus Politik, Umweltverbänden, Wissenschaft, dem Anlagenbau und der Energiewirtschaft diskutierten in der Landeshauptstadt über Potenziale und Chancen der CCS-Technologie im Rahmen des weltweiten Klimaschutzes.

Auf der Veranstaltung wurde deutlich, dass insbesondere in Nordrhein-Westfalen verstärkter Lösungs- und Informationsbedarf besteht. Wird doch der allgemein steigende Energiebedarf des einwohnerstärksten Bundeslandes in absehbarer Zeit von der Kohle abhängig bleiben. Lösungen sieht die Wirtschaftsministerin dabei in technischen Innovationen: „Wir möchten die Kraftwerkserneuerung in unserem Land weiter vorantreiben. Berechnungen ergeben, dass wir ab 2020 durch eine Modernisierung und entsprechende Nutzung rund 30 Millionen Tonnen CO2 jährlich einsparen können.“ Die Modernisierung der Kraftwerksanlagen sei daher eine wichtige und zwingende Voraussetzung, um sowohl die Versorgung als auch den dringend gebotenen Klimaschutz weiter voranzubringen. Das vom Bundeskabinett in Berlin Anfang April auf den parlamentarischen Weg gebrachte Gesetzgebungsverfahren für die CCS-Technologie begrüßte die Ministerin und forderte zugleich die Wirtschaft auf, noch stärker über die Technologie und die hierzu notwendigen Pipelines zu informieren.

Informationsbedarf, den auch Klaus von Trotha, Vorstandsvorsitzender von IZ Klima, gegeben sieht: „Die technologische und wirtschaftliche Machbarkeit von CCS steht inzwischen außer Frage und wird weltweit als eine der wichtigsten Klimaschutzoptionen eingeschätzt. Woran es außerhalb der Fachwelt noch mangelt, ist die Kenntnis und die Akzeptanz von CCS. Diese herbeizuführen, ist eine ebenso große wie verantwortungsvolle Aufgabe. In NRW wohl noch mehr als anderswo.“

Die Vernetzung von Politik, Umweltverbänden, Wirtschaft und breiten Bevölkerungsschichten sei daher auch weiterhin ein zentrales Ziel der Arbeit von IZ Klima.

Dass die CCS-Technologie bald in ersten Versuchsanlagen konkret angewendet wird, erhofft sich der Vorstandsvorsitzende der RWE Power AG Dr. Johannes Lambertz: „CCS ist eine Möglichkeit, Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit zusammenzubringen.“ Dies könne jedoch nur gewährleistet werden, wenn Erprobungsphasen in der geplanten Testanlage in Hürth bei Köln durch Bewilligungsverfahren nicht zu lange verzögert würden. Lambertz hofft dabei auf eine breite Unterstützung aus dem politischen Raum.

 
CCS Event Düsseldorf Podium
 

Die Informationsveranstaltung machte zugleich deutlich, welche globale Bedeutung die CCS-Technologie besitzt. Im Kontext des weltweiten Anstiegs des Energiebedarfs müssten schnell Mittel und Wege gefunden werden, um gleichzeitig eine Reduktion von Kohlenstoffdioxid herbeizuführen.

Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, ließ in seinem Vortrag deutlich werden, dass hier schnelles Handeln gefordert ist: „Wenn es nicht gelingt, den weltweiten Emissions-Ausstoß bis 2050 um mindestens 80 Prozent zu verringern, droht eine Erhöhung der weltweiten Temperatur von bis zu acht Grad Celsius bis zum Jahr 2100.“ Das hieraus resultierende Ansteigen der Weltmeere würde ganze Küstenregionen von der Landkarte verschwinden lassen. Neben erneuerbaren Energien und einer hohe Energieeffizienz könne die CCS-Technologie eine mögliche Lösung darstellen und müsse zügig auf den Weg gebracht werden.

Wie dieser Weg konkret beschritten werden kann, zeigte der Vortrag von Dr. Felix Christian Matthes, Forschungs-Koordinator für Energie- und Klimapolitik am Öko-Institut Berlin. Er zeigte auf, welche Infrastrukturen und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen erforderlich sind, um die Technologie einzuführen.

Ein abschließendes Highlight der Veranstaltung stellte die Podiumsdiskussion dar, in der unterschiedlichste Perspektiven aufeinander trafen und Detailfragen über die CCS-Technologie thematisiert wurden. Teilnehmer waren neben Dr. Jens Baganz (Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen), Norbert Römer (Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion), Dr. Jörg Kruhl (Leiter Forschung und Entwicklung bei E.ON Energie), Klaus-Dieter Rennert (Vorsitzender der Geschäftsführung von Hitachi Power Europe) auch Prof. Dr. Manfred Fischedick (Vizepräsident Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie) und Elmar Große Ruse (Referent für Energiepolitik beim Naturschutzbund Deutschland).

Entgegen jedweder Kontroversen herrschte unter den Diskussionsteilnehmern einhelliger Konsens, dass die CCS-Technologie ein wichtiger Baustein zur Reduzierung von Kohlenstoffdioxid sein soll und kann.

Inzwischen hat der NABU ebenfalls eine dezidierte Stellungnahme zum CCS-Gesetzentwurf vorgelegt.

 
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