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2. CCS-Kongress des IZ Klima e.V. am 28.01.2010 in Berlin: „Klimaschutz braucht CO2-Speicherung“

 

Am 28. Januar 2010 fand in Berlin der 2. CCS-Kongress statt. Die Veranstaltung im Berliner Café Moskau, an der mehr als 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft teilnahmen, stand in diesem Jahr unter dem Motto: "KLIMASCHUTZ BRAUCHT CO2- SPEICHERUNG“. Klaus von Trotha, der Vorstandsvorsitzende des Vereins IZ Klima e.V., eröffnete den Kongress.

 
 

In seiner Rede nahm Klaus von Trotha die unbefriedigenden Ergebnisse des UN-Weltklimagipfels in Kopenhagen zum Anlass, noch einmal auf die steigende Bedeutung der CCS-Technologie im künftigen Klimaschutzportfolio hinzuweisen. Ohne CCS, so von Trotha, sei das 2-Grad-Ziel nicht zu erreichen.

Einen Videomitschnitt der Eröffnungsrede von Klaus von Trotha können Sie hier abrufen.

 

Im Anschluss an die Eröffnungsrede folgten die Keynotes von Jochen Homann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Technologie, Tuoma Hatakka, Vorsitzender des Vorstandes von Vattenfall Europe, Prof. Lord Nicholas Stern, Professor of Economics and Government and Chair of the Grantham Institute for Climate Change and the Environment at the London School of Economics, und Dr. Jens Soentgen, Wissenschaftlicher Leiter des Wissenschaftszentrums Umwelt an der Universität Augsburg.

 
 

Staatssekretär Jochen Homann betonte in seiner Keynote die wirtschaftpolitische, technologische und ökonomische Bedeutung von CCS. Insbesondere in Deutschland komme CCS neben der Bedeutung für den Klimaschutz auch mit Blick auf eine sichere und bezahlbare Energieversorgung eine entscheidende Rolle zu, so der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Zudem könnten deutsche Unternehmen von CCS wirtschaftlich profitieren, wenn sie die innovative Technologie auch in anderen Staaten implementieren. Der Staatssekretär äußerte sich zudem zum aktuellen Stand der CCS-Gesetzgebung.
Einen Videomitschnitt der Rede des Staatssekretärs können Sie hier abrufen.

 
 

Der Vorsitzende des Vorstandes von Vattenfall Europe Tuomo Hatakka hob in seiner Keynote den für eine erfolgreiche Implementierung der CCS-Technologie in Deutschland notwendigen Rechtsrahmen hervor und nahm deutlich Bezug auf den Koalitionsvertrag der Regierungskoalition. „Wir brauchen diesen Rechtsrahmen, um unsere Planungen weiter verfolgen zu können. Dafür muss man nicht auf ein Energiekonzept warten, das im Herbst dieses Jahres vorgelegt werden soll. Die Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung bietet dafür eine völlig ausreichende Grundlage.“

Einen Videomitschnitt der Rede von Tuomo Hatakka können Sie hier abrufen.

 
 

Prof. Lord Nicholas Stern nahm in seiner Keynote Bezug auf die gescheiterten Klimaverhandlungen in Kopenhagen und machte deutlich, dass die Herausforderungen durch den Ausgang der Verhandlungen noch gestiegen seien. „In der Konsequenz stellen damit die Treibhausgasemissionen eine noch größere Herausforderung für diese und die nächste Dekade dar: So werden in dieser Zeit ungleich größere Emissionsminderungen notwendig sein, um die Grenzen des Emissionsbudgets für die Erreichung des 2-Grad-Ziels einhalten zu können", prognostizierte der Autor des bekannten Stern-Reports über die Ökonomie des Klimawandels. Stern betonte weiter: „Daher werden technologische Lösungen wie die Carbon Capture and Storage-Technologie zur Abscheidung und geologischen Speicherung von CO2 sowie der Ausbau erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz von entscheidender Bedeutung für die Begrenzung der Folgen des Klimawandels sein."

Einen Videomitschnitt der Eröffnungsrede von Prof. Lord Nicholas Stern können Sie hier abrufen.

 
 

Dr. Jens Soentgen, Herausgeber des Buches „CO2: Lebenselixier und Klimakiller“, plädierte in seinem Beitrag nach der Mittagspause für eine Versachlichung im Umgang mit dem Stoff CO2. Dabei sei es wichtig, so Soentgen, Kinder in didaktisch angemessener Form schon früh mit den Stoffeigenschaften von CO2 bekannt zu machen.

Einen Videomitschnitt des Vortrages von Dr. Jens Soentgen können Sie hier abrufen.

 
 

Im Anschluss an die Keynotes diskutierten am Vormittag unter der Moderation von Andreas Mihm (FAZ) die beiden Keynote-Speaker Lord Nicholas Stern und Tuomo Hatakka mit Dr. Christian Ehler, Europaabgeordneter der CDU-Brandenburg und Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU).

Einen Videomitschnitt der Diskussion können Sie hier abrufen.


Am Nachmittag hatten die Teilnehmer des Kongresses die Gelegenheit, an mehreren Panels teilzunehmen und mit Experten verschiedene Aspekte der CCS-Technologie zu diskutierten.

 
 

Im Panel „Akzeptanz als Voraussetzung für CCS“ diskutierten die Teilnehmer über die Schwierigkeit, neue Technologien einschätzen zu können und die damit einhergehenden Ängste. Dirk Scheer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Internationalen Zentrum für Kultur- und Technikforschung (ZIRN) der Universität Stuttgart, berichtete in seinem Impulsreferat (PDF, 0,19 MB) über die mit den Ängsten einhergehenden subjektiven Wahrnehmungen und Meinungen, die eine sachliche Argumentation schwierig machen. Ob eine Technologie ungefährlich sei oder nicht, stehe daher nicht im Vordergrund, entscheidend sei die Einstufung der neuen Technologie durch den Menschen. Weitere Diskutanten waren Dr. Siegfried Gelbhaar, Referent für Umwelt-, Naturschutz- und Reaktorsicherheit der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Klaus Peter Röttgen, Leiter CO2-Storage, E.ON Gas Storage, Dr. Manfred Treber, Klimareferent Germanwatch, und Sören Kosanke, Wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Brandenburg.

 
 

Im Panel „Perspektiven der CO2-Speicherung“ diskutierten die Teilnehmer über die mittel- und langfristigen Perspektiven der Speicherung von Kohlendioxid. Dr. Hilke Würdemann, Projektkoordinatorin CO2SINK am Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungs- Zentrum – GFZ stellte dazu in einem einleitenden Impulsvortrag erste Ergebnisse der CO2-Speicherung in Ketzin vor. Im Anschluss diskutierten unter der Moderation von Henning Krumrey (Wirtschaftswoche) Sven Asmus, Leiter der Abteilung Markscheidewesen und Lagerstätte bei RWE Power, Hartmut Gaßner, Präsident des GtV – Bundesverbandes Geothermie, Dr. J. Peter Gerling, Fachbereichsleiter Nutzung des Untergrundes, geologische CO2-Speicherung von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sowie Dr. Ludwig Stroink, Leiter „Wissenschaftliche Kooperationen und Internationale Zusammenarbeit“ im Wissenschaftlichen Vorstandsbereich des Deutschen GeoForschungsZentrums und langjähriger Leiter des GEOTECHNOLOGIEN-Forschungsprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

 
 

Im Panel „Pläne und Projekte“ stellten nach einem Impulsreferat von Detlef Dauke, Leiter der Abteilung Energiepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Vertreter der Anlagenbauer aktuelle CCS-Projekte ihrer Unternehmen in Deutschland als auch im internationalen Rahmen vor. Johannes Hell, Sales Manager, Environmental Technologies bei Babcock Noell GmbH (Präsentation PDF, 1,48 MB), Marcus Scholz, Sales Director bei GE Energy – Europe (Präsentation PDF, 0,9 MB) , Dr. Nicolas Vortmeyer, Leiter New Technologies in der Division Fossil Power Generation von Siemens Energy Sector (Präsentation PDF, 0,75 MB) und Andreas Wittke, Vorstandssprecher Alstom Deutschland (Präsentation PDF, 1,3 MB) erklärten anhand der vorgestellten Projekte sowohl die Funktionsweise der jeweiligen Verfahren zur Abscheidung von CO2 (Pre-Combustion, Oxy-Fuel, Post-Compustion) als auch die damit verbundenen Vor- und Nachteile. Außerdem erläuterten die Referenten den Panelteilnehmern die jeweiligen Roadmaps ihrer CCS-Projekte. An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Stephan Singer, Direktor Globale Energiepolitik, WWF Brüssel, Kai Tullius, Policy Officer Clean Coal Technologies, EU Kommission/DG Energie und Verkehr sowie der Vorstandssprecher von Alstom Deutschland, Andreas Wittke, teil.

 
Letzte Aktualisierung 15.03.2010 von vliebrenz
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