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3. CCS-Kongress des IZ Klima e.V. am 28.03.2011 in Berlin: „Innovation - Akzeptanz - Klimaschutz“

Hier finden Sie die Dokumentation des 3. CCS-Kongresses des IZ Klima e.V. "Innovation - Akzeptanz - Klimaschutz" am 28. März 2011 im Café Moskau in Berlin

Weitere Dokumentation des Kongresses:
Videos, Reden und Vorträge, Bilder sowie Interviews vom Kongress und ein Themen-Special zu Weyburn (Kanada).

 
 

Am 28. März 2011 fanden 300 Interessierte den Weg ins Berliner Café Moskau zum 3. CCS-Kongress. Die Veranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto: "Innovation - Akzeptanz - Klimaschutz“. Der Stand der Entwicklung bei Technik, Akzeptanz und Gesetzgebung wurde in mehreren Workshops und Plenumsrunden angeregt diskutiert.

Klaus von Trotha, der Vorstandsvorsitzende des Vereins IZ Klima e.V., eröffnete den Kongress.

 
 

Hauptredner war der EU-Kommissar Günther Oettinger, der zum Thema „CCS als integraler Bestandteil europäischer Klima- und Energiepolitik“ sprach.

Einen Videomitschnitt der Keynote von Günther Oettinger können Sie hier abrufen.

Ein Video-Interview mit Günther Oettinger können Sie hier aufrufen.

 
 

Akzeptanz – ein Begriff hat Karriere gemacht, vor allem im Zusammenhang mit der Debatte um Stuttgart 21. Auch beim Thema CCS sind es nicht technische Hürden, sondern vor allem Fragen der öffentlichen Akzeptanz, die zum einen den Gesetzgebungsprozess massiv beeinflussen und die Entwicklung der Technologie aufhalten.
Grund genug, das Thema Akzeptanz selbst in den Mittelpunkt des CCS-Kongresses zu stellen.

In diesem Sinne hielt Herr Klaus von Trotha, Vorstandsvorsitzender von IZ Klima, die Eröffnungsrede auf dem 3. CCS Kongress in Berlin.

Einen Videomitschnitt der Eröffnungsrede von Klaus von Trotha können Sie hier abrufen.

 
 

Im Anschluss hielt der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Klaus Hänsch, in seiner Eigenschaft als Mediator beim Ausbau des Frankfurter Flughafens eine einführende Rede. Ihn hatte die hessische Landesregierung nach den blutigen Erfahrungen um die Auseinandersetzung der Startbahn West (zwei Todesopfer) aus den 80er Jahren eingesetzt, um eine weitere Startbahn zu ermöglichen. Mit Erfolg, die neue Startbahn wird im Herbst 2011 eingeweiht. Hänsch fasste seine Erfahrungen in zehn griffigen Thesen zusammen. Die wesentliche Erfahrungen: Mediation muss vor Entscheidungen stattfinden, ergebnisoffen sein, aber auch auf ein Ergebnis hinführen, das Empfehlungscharakter hat und dann von den zuständigen politischen Institutionen bei einer Entscheidung bewertet werden kann. Aus seiner Erfahrung in Frankfurt zog Hänsch ein positives Fazit: „Mediation ist natürlich kein Patentrezept. Aber sie kann in bestimmten Fällen, das hat sich erwiesen, eines der Instrumente sein, mit denen sich Akzeptanz für ein schwierig zu vermittelndes Großprojekt herstellen lässt. Will sagen: Politik, Wirtschaft, Unternehmen und Bürgerinitiativen sollten davor keine Angst haben.“

Einen Videomitschnitt der Keynote von Klaus Hänsch können Sie hier abrufen.

 
 

Der Stuttgarter Professor Ortwin Renn beleuchtete in seinem Vortrag das Thema aus akademischer Perspektive. Zunächst räumte er mit einem gern bemühten Mythos auf, der immer dann zur leichten Erklärung dient, wenn etwas nicht so läuft wie gewünscht: Die Deutschen seien technikfeindlich. Renn widersprach dem mit wissenschaftlichen Daten und erläuterte das sich verändernde Technikbewusstsein in den letzten Jahrzehnten, das aber auf keinen Fall technikfeindlicher geworden sei. Im Gegenteil – während vor einigen Jahrzehnten Technik vielfach als rationalisierender Arbeitsplatzvernichter galt, ist Technologie heute vielmehr als jobsichernder Umstand für globale Wettbewerbsfähigkeit positiv bewusst.

Renn differenzierte die Technikwahrnehmung in Deutschland auf und leitete daraus für CCS Konsequenzen ab: Information allein reiche nicht aus, wenn man Akzeptanz erreichen wolle, vielmehr sei es entscheidend, CCS in den Kontext seines gesamtgesellschaftlichen Sinnes als ein Mittel für den Klimaschutz darzustellen. Dadurch würde besser verstanden und leichter akzeptiert, dass die damit verbundenen Risiken und Nachteile hingenommen werden müssen. Vor allem hinsichtlich der Risiken wies Renn darauf hin, immer wieder die Abwägungskonstellationen herzustellen, also die verschiedenen Risiken gegeneinander abzuwägen, um sie damit kalkulierbar und für die Menschen ertragbar zu machen.

Einen Videomitschnitt der Keynote von Ortwin Renn können Sie hier abrufen.

 
 

Durch diese beiden Vorträge motiviert, debattierte das Panel mit BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller, dem RWE-Kommunikationschef Volker Heck, dem Windenergie-Bundesverbands-Geschäftsführer Dirk Bessau und dem Beeskower Bürgermeister Frank Steffen über die Akzeptanzfrage, auch im Lichte der neuesten Entwicklungen in Japan.

Allgemein überwog die Einschätzung, dass nach Japan der Risikobegriff schärfer zu fassen sei und die gesellschaftliche Diskussion darüber deutlicher werden geführt werden müsse. Hildegard Müller verwies darauf, dass man in der Energiepolitik die Risiken nicht vereinzeln dürfe, sondern alle Themen mit Akzeptanzherausforderungen zu kämpfen hätten, etwa wenn man an den Netzausbau oder die Schaffung nötiger Speicherkapazitäten bedenke. Beeskows Bürgermeister Steffen beklagte beim Thema CCS vor allem die zu späte Information und das Fehlen einer vorgeschalteten gesellschaftlichen Debatte. Das Thema CCS habe ihn überrascht und sei zu schnell auf die konkrete Speicherung unter seiner Stadt gekommen. Es entspann sich eine angeregte Diskussion über Fehler, Chancen und Möglichkeiten, wie öffentliche Kommunikation so organisiert werden kann, dass gesellschaftliche Akzeptanz für notwendige neue Infrastrukturen auch entsteht. Angesichts eines neu auszuhandelnden Energiekonzepts in Deutschland eine wichtige Frage, die nicht unter den Tisch fallen dürfe oder – wie sonst immer, als nachgeordnetes Thema im Anschluss an die Diskussion der vermeintlich harten Fakten als lästiges Anhängsel den Pressesprechern zur Lösung hingeworfen wird.

Einen Videomitschnitt der Podiumsdiskussion können Sie hier aufrufen.

 
Letzte Aktualisierung 31.03.2011 von WEGEWERK.NET\cstrom
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