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© wegewerk
Mit dem Appell nach einer raschen und positiven Entscheidung für ein nationales CCS-Gesetz eröffnete Stefan Kapferer (Staatssekretär im niedersächsischen Wirtschaftsministerium) die IZ-Klima-Veranstaltung „CCS – Innovativer Klimaschutz: Chance und Herausforderung für die Region". Kapferer betonte, dass nur eine Verabschiedung des CCS-Gesetzes in dieser Legislaturperiode zu einer Realisierung der geplanten CCS-Demonstrationsanlagen führen könne. Zusätzlich hob er die potenzielle Bedeutung der CCS-Technologie mit Blick auf den Transport und die Speicherung von CO2 in niedersächsischen Erdgaslagerstätten hervor.
Rund 90 Vertreter aus Politik, der Energiewirtschaft, den Handelskammern, Umweltverbänden und der Wissenschaft verfolgten im Leineschloss neben dem niedersächsischen Landtag Vorträge und Diskussion über die Chancen und Herausforderung der CCS-Technologie im Rahmen des weltweiten Klimaschutzes sowie über die weitere Bedeutung für das Land Niedersachsen.
Auf der Veranstaltung wurde auch deutlich, dass in dieser Region zunehmender Informationsbedarf besteht. Der Vorstandsvorsitzende des IZ Klima e.V., Klaus von Trotha, unterstrich die Notwendigkeit, die betroffene Bevölkerung und die interessierte Öffentlichkeit über die geplanten Projekte, wie etwa die Errichtung einer Transportinfrastruktur, umfänglich zu informieren. Seit Beginn dieses Jahres hat das IZ-Klima verstärkt daran gearbeitet, in den betroffenen Regionen über das Thema CCS aufzuklären. Entsprechend müsse dies in einem für den Transport und die Speicherung von CO2 so wichtigen Bundesland wie Niedersachsen weiter vorangetrieben werden, so von Trotha.
Den klimapolitischen Hintergrund lieferte Prof. Dr. Andreas Dahmke vom Institut für Geowissenschaften an der Christian Albrechts-Universität zu Kiel. Eindrücklich schilderte er, dass eine Klimaveränderung schon jetzt nicht mehr zu verhindern sei. Die Menschheit könne daher mit Klimaschutzmaßnahmen nur noch die räumliche und zeitliche Intensität der möglichen Folgen des Klimawandels beeinflussen. Von daher sei es unbedingt notwendig, für eine radikale Senkung der CO2-Emissionen zu sorgen. Entsprechend plädierte Dahmke für den Einsatz der CCS-Technologie auch in Kohlekraftwerken, der Industrie (Zement, Stahl) sowie in Kombination mit dem Energieträger Biomasse.
In den drei folgenden Vorträgen skizzierten die Referenten die geologischen, logistischen und rechtlichen Grundlagen zu CCS. Dr. J. Peter Gerling von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erläuterte neben der geologischen Beschaffenheit der in Frage kommenden Gesteinsformationen die näheren Einzelheiten des geplanten Speicherkatasters. Mit dieser detaillierten Kartierung des geologischen Untergrundes können die möglichen Speicherstätten erfasst und von der Öffentlichkeit u.a. zukünftig im Internet eingesehen werden.
Die raumplanerische Dimension und den damit zusammenhängenden zeitlichen Aspekt zur Planung einer Transportinfrastruktur machte Dr. Felix Christian Matthes vom Öko-Institut e.V. deutlich. Er zeigte auf, welche ökonomischen und ökologischen Maßnahmen für eine Infrastruktur berücksichtigt werden müssen, um ein CO2-Pipelinesystem in Deutschland erfolgreich einzuführen und zu betreiben.
Auf Fragen zum aktuellen Gesetzgebungsstand ging Dr. Mathias Hellriegel LL.M. von der Sozietät Eggers Malmendier ein. Gleichzeitig betonte er, dass nach der Bundestagswahl am 27. September 2009 der Diskontinuitätsgrundsatz greife, falls das CCS-Gesetz nicht noch in dieser Legislatur verabschiedet werde.
Nach dem inhaltlichen Vortragspaket bildete eine kontrovers besetzte Podiumsdiskussion aus Politik und Unternehmen den diskursiven Abschluss des Tages. Unter der Moderation des IZ Klima Geschäftsführers Michael Donnermeyer debattierten Wolfgang Apel (Bereichsdirektor Geo Support Center und Leiter des CO2-Projektes der RWE Dea AG), Dr. Klaus-Peter Röttgen (Leiter CO2-Storage bei E.ON Gas Storage GmbH), Martin Bäumer (Umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag) und Stefan Wenzel (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen im Niedersächsischen Landtag) über die Details der Technologie, die Anforderungen an das Gesetz sowie die grundlegenden Fragen von Klima- und Energiepolitik.
Rede Staatssekretär Stefan Kapferer
Vortrag von Prof. Dr. Andreas Dahmke (Klimaschutzpotenzial der CCS-Technologie)
Vortrag von Dr. J. Peter Gerling (geologische Speicherung von CO2)
Vortrag von Dr. Felix C. Matthes (Transportinfrastruktur von CO2)
Vortrag von Dr. Mathias Hellriegel (aktueller Gesetzgebungsstand zu CCS)