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Seit 2005 gilt in der Europäischen Union für bestimmte Branchen der Emissionshandel. Die Idee dafür ist ganz einfach: Um die weltweiten Emissionen zu verringern, ist es unerheblich, wo genau die Treibhausgas-Emissionen vermieden werden. Wichtig ist allein, dass die Emissionsmenge „insgesamt“ sinkt. Der Emissionshandel gleicht damit einer Börse, an der sogenannte Emissionszertifikate gehandelt werden.
Wenn ein Kraftwerk also klimaschädliches CO2 ausstößt, muss der Betreiber dafür über die erforderliche Menge an Emissionszertifikaten verfügen. Emittiert er mehr CO2 als Zertifikate vorhanden sind, muss er diese an der Börse (in Deutschland werden die Zertifikate an der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig gehandelt) zukaufen. Die Menge der verfügbaren Zertifikate wird von jedem Mitgliedsstaat der Europäischen Union jeweils am Anfang einer Handelsperiode in einem sogenannten „nationalen Allokationsplan“ festgelegt. Dabei wird die zugeteilte Menge ab der 2. Handelsperiode kontinuierlich abgesenkt.
Emittenten, die durch den Einsatz klimafreundlicher Technologien Emissionen vermeiden, profitieren wirtschaftlich von ihren Klimaschutzbemühungen. Sie können überschüssige Zertifikate an der Börse verkaufen, während andere Emittenten zukaufen müssen, sofern sie mehr emittieren. Der Zukauf von Zertifikaten ist allerdings nur wirtschaftlich, wenn die Kosten geringer sind, als eigene emissionssenkende Maßnahmen zu ergreifen. Das führt im Ergebnis dazu, dass die Emissionen immer dort vermieden werden, wo sie am wenigsten Kosten verursachen.
Da die Menge der ausgeteilten Emissionszertifikate die tatsächlich anfallenden Emissionen in der ersten Phase des Emissionshandels (2005–2007) überstieg, brach der Handel im Frühjahr 2006 zusammen. Der Preis für den Ausstoß einer Tonne CO2 stagniert seitdem bei unter einem Euro. Durch die Verknappung der Zertifikatsmenge in der beginnenden 2. Handelsperiode und die geplante Auktionierung von zehn Prozent der verfügbaren Zertifikate steht zu erwarten, dass der Preis pro Tonne CO2 gegenüber der 1. Handelsperiode wieder deutlich steigen wird und damit Investitionen in klimafreundliche Technologien und Maßnahmen wirtschaftlich wieder verstärkt attraktiv werden.