| IZ Klima Newsletter Dezember | 2011 |
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„CCS ist eine entscheidende Technologie. Wenn wir CCS in 25 Jahren nicht implementiert haben, ist das 2-Grad-Ziel nicht zu erreichen.“
Dr. Fatih Birol, Chefökonom der World Energy Agency, bei der Vorstellung des „World Energy Outlook 2011“.
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Sehr geehrte Damen und Herren,
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der Dezember ist für den Klimaschutz ein wichtiger Monat. Der Weltklimagipfel in Durban, ein aktueller Bericht des IPCC und der diesjährige "World Energy Outlook" der IEA machen die Dringlichkeit eines Gesamtklimaschutzportfolios inklusive CCS deutlich. Da ist der Stopp des CCS-Demonstrationsprojekts am Standort Jänschwalde ein Rückschlag im Rahmen der deutschen Klimaschutzbemühungen.
Dass der Ernst der Lage eine weitere Erforschung und Erprobung von CCS gebietet, wird auch von den erfolgreichen Projekten der CO2-Speicherung, über die wir im aktuellen "ccsmonitor" berichten, unterstrichen. Ebenso durch die Bestätigung, dass der CO2-Speicher im kanadischen Weyburn zuverlässig, dicht und sicher ist. Lesen Sie zu den Chancen der CO2-Speicherung ein Interview mit Dr. Michael Kühn, Leiter des Bereichs CO2-Speicherung am GeoForschungsZentrum Potsdam.
Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern und ihren Familien eine schöne Weihnachtszeit.
Ihr Team vom IZ Klima |
Fehlendes Gesetz
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Vattenfall zieht CCS-Projekt Jänschwalde zurück
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Vattenfall hat die Realisierung des am Standort Jänschwalde geplanten CCS-Demonstrationsprojektes abgesagt. Das gab der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka, im Anschluss an die Aufsichtsratssitzungen der Vattenfall Europe Mining AG und der Vattenfall Europe Generation AG in Cottbus bekannt. Damit reagiert Vattenfall auf die unklaren gesetzgeberischen Rahmenbedingungen. Der Entwurf eines deutschen CCS-Gesetzes, mit dem eine Richtlinie der europäischen Union umgesetzt werden soll, befindet sich derzeit im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat. Die Beratungen dort waren am 22. November bereits zum zweiten Mal ergebnislos vertagt worden, so dass die Zeitpläne für das Vattenfall-Projekt nicht haltbar waren, da entsprechende Förderanträge in Brüssel an Fristen und Auflagen gebunden sind, u.a. das Vorliegen einer belastbaren Rechtsgrundlage.
„Wir müssen leider feststellen, dass es in der deutschen Bundespolitik derzeit keinen hinreichenden Willen gibt, die europäische Richtlinie so umzusetzen, dass ein CCS-Demonstrationsprojekt in Deutschland möglich würde“, so Hatakka. Und weiter: „Das ist ein herber Rückschlag für Innovation, Klimaschutz und die deutsche Wirtschaft.“ Auch Dr. Hartmuth Zeiß, Vorstandsvorsitzender der Vattenfall Europe Mining AG zeigte sich enttäuscht: „Seit Monaten weisen wir darauf hin, dass wir endlich rechtliche Klarheit brauchen und dass der vorliegende CCS-Gesetzentwurf ohne substanzielle Verbesserungen nicht geeignet ist, milliardenschwere Investitionen in die weitere Entwicklung zu befördern. Heute müssen wir feststellen, dass unser Zeitplan nicht mehr einzuhalten ist und sich zudem die notwendigen Änderungen nicht annähernd abzeichnen.“
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck bedauerte die Entscheidung und sieht die Ursachen auf Seiten der Bundesregierung. „In Anbetracht des Unvermögens der schwarz-gelben Bundesregierung, einen mehrheitsfähigen Gesetzentwurf vorzulegen, war die jetzige Entscheidung von Vattenfall absehbar.“ Bundesumweltminister Norbert Röttgen wies die Kritik Vattenfalls, die Bundesregierung habe ein zu geringes Interesse an CCS gezeigt, zurück und zeigte sich enttäuscht. Es sei „wichtig, dass CCS erprobt wird, mindestens, um diese Technologie auch exportieren zu können. Deshalb ist die Entscheidung von Vattenfall, das Projekt in Brandenburg aufzugeben, bevor das Vermittlungsverfahren im Bundesrat abgeschlossen ist, enttäuschend.“ Dass der Projektstopp aber in jedem Fall einen Rückschlag für den Klimaschutz bedeute, machte Klaus von Trotha, Vorstandsvorsitzender des IZ Klima e.V. deutlich: „Die Entscheidung ist eine fatale Niederlage für den Klimaschutz.“ Und weiter: „Deutschland gibt seinen Vorsprung in der Entwicklung einer erfolgversprechenden Klimaschutztechnologie preis."
Die ursprünglichen Planungen des 1,5 Milliarden teuren Projekts sahen eine Inbetriebnahme in den Jahren 2015 bis 2016 vor. Mit der Entscheidung von Vattenfall gehen Deutschland Förderungen der Europäischen Union in Millionenhöhe verloren. An der weiteren Entwicklung der innovativen Klimaschutztechnologie will Vattenfall nach eigenen Angaben aber festhalten. Auch soll der erfolgreiche Testbetrieb der CO2-Abscheidung am Standort Schwarze Pumpe fortgeführt werden. „CCS ist und bleibt eine der entscheidenden Technologien zum globalen Klimaschutz“, so Hatakka.
Weiterführende Informationen:
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Kommentar
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Stopp von Jänschwalde: Eine herbe Niederlage nicht nur für den Klimaschutz
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von
Michael Donnermeyer
Die Entwicklung der CCS-Technologie in Deutschland ist vorerst gestoppt, gescheitert an mangelnder politischer und gesellschaftlicher Akzeptanz, nicht an den technologischen Möglichkeiten. Im Gegenteil: Bei der Abscheidung liegt man voll im Plan - mehrere Möglichkeiten funktionieren -, und die Effizienzverluste - ein sehr wirksames Argument der CCS-Gegner - werden schneller verringert als gedacht. Auch in der Speicherung gibt es Erfolge. Die Ergebnisse in Ketzin geben Anlass zur Hoffnung, dass die Speicherung sicher und beherrschbar funktioniert. Allerdings hätte es gerade jetzt den Schritt in eine Phase größerer industrieller Demonstration gebraucht, um genau die (berechtigten) Fragen der Bürgerinitiativen nach der Sicherheit der Speicherung zu beantworten.
Wie soll es jetzt weitergehen? Durban zeigt, dass die handfeste Entwicklung von praktisch funktionierenden Klimaschutztechnologien immer wichtiger wird, wenn der klimapolitische Rahmen klemmt. Und da gibt es keinen wirklichen Zweifel mehr, dass die CO2-Speicherung künftig eine Rolle spielen muss und wird: International sowieso, aber auch in Deutschland und zwar nicht nur für Industrie-CO2 oder für negative Emission, wozu sich einige NGOs und immerhin auch schon die grünen Umweltminister aus NRW und Baden-Württemberg bekennen. Das wird auch in Deutschland nicht genügen, wenn im Zeitablauf immer deutlicher wird, dass wir bis 2050 noch mehr fossile Energieerzeugung sehen werden als manche jetzt noch glauben. Anders als in den letzten Jahrzehnten stehen die Prognosen über die Anteile der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung seit der unumkehrbaren Energiewende nicht mehr im unverbindlichen Raum, wo man behaupten kann, was man will, sondern im harten Realitätstest. Der führt zu abrechenbaren Ergebnissen, in harten Zahlen. Und die wiederum verlangen nach denselben Konsequenzen wie die Folgerungen aus einer verzögerten Klimapolitik, nämlich die Forderung nach Maßnahmen, die schnell viel CO2 aus den Bilanzen schaffen können: In dieser Konstellation erscheint dann die CO2-Speicherung in einem ganz neuen Licht.
Bis es dahin kommt, sind zwei Dinge gefordert: Kontinuierliche Forschung und Weiterentwicklung der Technologie sowie Arbeit an Akzeptanz, also Abbau der Ängste vor CO2 in der allgemeinen Bevölkerung und beharrliche politische Argumentation gegen jenen hochmütigen Provinzialismus, der glaubt, den Klimawandel ohne CO2-Speicherung bewältigen zu können. Gewiss: Die Entscheidung von Vattenfall ist ein Rückschlag, aber nicht das Ende von CCS. Hier darf man den rosaroten Panther angemessen zitieren: „Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage.“ |
Kommentar
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Klimagipfel in Durban - Extreme Wetterereignisse werden zunehmen - die Zeit zum Gegensteuern läuft ab
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Von
Michael Oldenburg
Die Teilnehmer der Weltklimakonferenz, die in diesen Tagen im südafrikanischen Durban stattfindet, stehen unter enormem Druck. Im nächsten Jahr endet das Kyoto-Protokoll – ein Nachfolgeabkommen ist nicht in Sicht. Dass die Zeit für ein verbindliches Klimaabkommen aber abläuft, macht ein vom Weltklimarat (IPCC) herausgegebener Bericht erneut deutlich.
Für Europa rechnet der Weltklimarat mit einem verstärkten Auftreten von Hitzewellen, für den afrikanischen Kontinent mit zunehmender Dürre und einem steigenden Meeresspiegel. Für das Jahr 2100 gehen die Klimawissenschaftler von einem Anstieg der globalen Mitteltemperatur – verursacht durch den anthropogenen CO2-Ausstoß – von bis zu fünf Grad Celsius aus. Insbesondere für westeuropäische Mittelmeerstaaten sei mit ausgeprägten Hitzewellen zu rechnen. Das vermehrte Auftreten von Hurrikans sei für die USA und die Karibik zu erwarten. Dabei, so der IPCC, könnten die Folgen der zu erwartenden Wetterphänomene zwar mit entsprechenden technischen Maßnahmen wie Frühwarnsystemen oder speziellen Architekturkonzepten abgemildert werden. Freilich bedürfen solche Infrastrukturmaßnahmen großer finanzieller Mittel. Ressourcen, über die ärmere Staaten, die schon jetzt von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, schlichtweg nicht verfügen.
Der Bericht des IPCC zeigt deutlich, dass für ein verbindliches Abkommen der Staatengemeinschaft, welches die Begrenzung der CO2-Emissionen regelt, nicht mehr viel Zeit bleibt. So nennt die International Energy Agency (IEA) 2017 als das Jahr, in dem ein Peak beim globalen Ausstoß der CO2-Emissionen erreicht sein muss. Andernfalls drohten irreversible Folgen für das Weltklima. Mit Blick auf die notwendigen Maßnahmen zur Erreichung des 2-Grad-Ziels, auf das sich die Teilnehmer auf der letzten Weltklimakonferenz in Kopenhagen – wenn auch nicht verbindlich festgeschrieben – einigen konnten, machte Birol klar, dass die Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS) zwingend in ein Gesamtportfolio von Klimaschutzmaßnahmen gehöre. Mit einem Anteil von nahezu 20 Prozent der notwendigen CO2-Emissionsreduktion könne CCS einen signifikanten Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen leisten. Die Notwendigkeit einer Technologie, mit der große Mengen CO2 eingespart werden könnten, wird auch durch die aktuellen Daten der World Meteorological Organization (WMO) unterstrichen. Demnach hat der Ausstoß von CO2 im Jahr 2010 einen Rekordwert erreicht.
Bei der Formulierung von Zielen und damit bei der Verabschiedung von konkreten Maßnahmenbündeln ist die Staatengemeinschaft allerdings längst noch nicht. Die Verhandlungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass es nicht nur um Klimaschutz geht. Deutlicher formuliert: Es geht auch darum, dass Schwellenländer und aufstrebende Volkswirtschaften mit einer verpflichtenden Erklärung, die eigenen CO2-Emissionen zu reduzieren, gleichsam Bremskraft für Industrie und Wirtschaft verbinden. Dass sie sich auf dem Weg zu Wachstum und Wohlstand von Europa und den westlichen Industriestaaten nicht ausbremsen lassen wollen, ist nur allzu verständlich und aus historischer Perspektive legitim. Denn wirtschaftlicher und damit auch sozialer Wohlstand der Industriestaaten fußen zu großen Teilen auf der Nutzung fossiler Energieträger. So sind es die Industriestaaten, die für die erhöhte atmosphärische CO2-Konzentration maßgeblich verantwortlich sind – und damit auch für den globalen Klimawandel. Und neben dem oft zitierten China sind es eben auch die USA, die der Ratifizierung eines verbildlichen Klimaabkommens bisher nicht zugestimmt haben.
An Daten, die den globalen Klimawandel als Folge einer erhöhten atmosphärischen CO2-Emission wissenschaftlich fundieren, mangelt es nicht. Das hat der aktuelle Bericht des Weltklimarates erneut gezeigt. Vielmehr mangelt es an Zeit. Denn viel Zeit im Kampf gegen den Klimawandel bleibt der Staatengemeinschaft nicht mehr. Das wird auch den Akteuren in Durban klar sein. Was am Ende der Verhandlungen in Durban allerdings steht, dürfte diesem Kenntnisstand jedoch kaum entsprechen. |
CCS-Gesetz
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Weiterhin keine Einigung
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Der gemeinsame Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 22. November seine Beratungen für ein deutsches CCS-Gesetz zum zweiten Mal ergebnislos vertagt. Als zentrales Hindernis auf dem Weg zu einer Einigung gilt weiterhin die von Schleswig-Holstein und Niedersachsen im Gesetzentwurf durchgesetzte Klausel, die es einzelnen Bundesländern erlauben soll, die Speicherung von CO2 auf ihren Territorien zu verbieten.
Mit Blick auf diese Ausstiegsklausel befürchtet Brandenburg allerdings, dass CCS und damit die Speicherung von CO2 auf sein Gebiet beschränkt bleiben könnten. Dies hatte im Bundesrat zum Scheitern des im Bundestag verabschiedeten Gesetzes geführt, wie schon in der ersten Befassung des dann angerufenen Vermittlungsausschusses am 8. November gab es auch diesmal keinen Ausweg aus der verfahrenen Lage.
Aufgrund der unklaren gesetzgeberischen Lage hat Vattenfall nun zwischenzeitlich den Stopp seines CCS-Demonstrationsprojektes am Standort Jänschwalde bekannt gegeben. Damit hat Deutschland sein einziges von der Europäischen Union mit Mittel in Millionenhöhe gefördertes Projekt zur Abscheidung und unterirdischen Speicherung von CO2 verloren.
Mit dem sogenannten CCS-Gesetz, das eine europäische Richtlinie zur Abscheidung und Speicherung von CO2 umsetzt, will die Bundesregierung die Erprobung der innovativen Klimaschutztechnologie ermöglichen. 2017 soll dann eine Evaluierung der Ergebnisse vorgenommen werden. Die Frist zur Umsetzung war allerdings bereits im Juni dieses Jahres abgelaufen. Aus diesem Grund hat die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik eingeleitet.
Inwieweit die Entscheidung Vattenfalls die Akteure mit Blick auf die deutschen Klimaschutzziele noch einmal zum Überdenken ihrer festgefahrenen Positionen veranlasst, werden die weiteren Beratungen zeigen – Bedeutungen haben die Entscheidungen sowohl für den Klimaschutz als auch für den Industrie- und Innovationsstandort Deutschland. |
Kanada
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Viel Lärm um nichts: Untersuchung belegt Sicherheit des CO2-Speichers in Weyburn
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Vor einem Jahr war die Aufregung riesig: Tote Hasen und Ziegen, gefährlich blubberndes Wasser – ein Farmerehepaar behauptete mit großer Medienwirkung die Undichtigkeit eines CO2-Speichers im kanadischen Weyburn. Schon damals bezweifelten Wissenschaftler des Petroleum Technology Report Centre (PTRC), einer von Regierung, Universität und Industrie getragenen wissenschaftlichen Einrichtung, das fadenscheinige Gutachten der Farmer, das fortan auch als Argument in der deutschen CCS-Debatte gegen die CO2-Speicherung eingesetzt wurde.
Jetzt gibt es harte wissenschaftliche Daten, die belegen, dass es bei der CO2-Speicherung im Rahmen des Weyburn-Midale-Projektes zu keinem CO2-Austritt aus den Speicherformationen gekommen ist. Die von der Cenovus Energy beauftragte Untersuchung hat über das gesamte Jahr mit allen Vegetationsperioden die CO2-Entwicklung des betreffenden Gebiets verfolgt. Die dabei von einem Spezialunternehmen durchgeführten Analysen der CO2-Isotope haben eindeutig ergeben, dass die im Boden und in Bodennähe entnommenen Proben in Konzentration und Charakteristik natürlichen Ursprungs sind und nicht dem bei der Ölförderung verwendeten CO2 entsprechen.
In Weyburn wird CO2 in einem Erdölfeld gespeichert, um durch die Druckerhöhung die Ölförderquote zu erhöhen (EOR – Enhanced Oil Recovery). Auch die zur Sicherheit durchgeführte Bohrlochrevision hat erbracht, dass dort keine Undichtigkeit vorliegt, zumal durch die Bohrungen im entsprechenden Gebiet gar kein CO2, sondern Wasser in den Untergrund injiziert wird.
Die Untersuchungen wurden durch das PTRC abermals geprüft und in Methodik und Ergebnissen validiert. Also: Ein klassischer Fall von falschem Alarmismus. Bleibt die (rethorische) Frage, ob dieser richtigstellenden Untersuchung auch so viel mediale Aufmerksamkeit geschenkt wird? |
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Weiterführende Informationen
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World Energy Outlook
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CCS entscheidende Technologie für den Klimaschutz
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Die globale Energieversorgung wird auch in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich auf der Nutzung fossiler Energieträger basieren. Das geht aus dem diesjährigen „World Energy Outlook“ hervor, der jährlich von der International Energy Agency (IAE) publiziert wird. Im World Energy Outlook werden im World Energy Outlook verschiedene Szenarien des globalen Energieverbrauchs und damit auch der CO2-Emissionen dargestellt.
Kohleverbrauch wird weiter zunehmen
Dr. Fatih Birol, Chefökonom der IEA, der den World Energy Outlook vorstellte, machte in seinen Ausführungen klar, dass in den Jahren zwischen 2000 und 2010 50 Prozent des gesamten Weltenergiebedarfs allein durch den Einsatz von Kohle gedeckt worden sei. Die zweite Hälfte teilen sich laut Birol die Kernenergie, die Erneuerbaren, Öl und Gas. Die Nutzung von Kohle, die der Chefökonom der IEA als „den vergessenen Energieträger“ bezeichnete, werde auch „in den nächsten Jahrzehnten das Rückgrat der globalen Energieversorgung“ bleiben. Besonders in Ländern wie China und Indien werde der Kohleverbrauch bis 2035 deutlich ansteigen.
CCS auch bei energieintensiven Industrieprozessen
In diesem Zusammenhang betonte Birol, dass die internationale Staatengemeinschaft die für das Einhalten des 2-Grad-Ziels notwendigen Emissionsreduktionen nur dann erreichen werde, wenn man neben anderen Klimaschutztechnologien auch die Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS) einsetzen werde. Dabei sei CCS sowohl bei der Kohle- als auch bei der Gasverstromung und im Rahmen energieintensiver Industrieprozesse einsetzbar. CCS habe das Potenzial, mit 20 Prozent einen maßgeblichen Beitrag im Rahmen der globalen CO2-Emissionsreduktionsziele beizutragen. Und viel Zeit bleibt laut Birol nicht mehr: Wenn bis 2017 mit Blick auf die CO2-Emissionen kein Peak erreicht sei, dann sei „die Tür damit zugeschlagen“.
Großes Potenzial für Biomasse und CCS
In einer im Rahmen der Präsentation stattfindenden Diskussionsrunde sagte Dr. Oliver Geden, Senior Research Fellow bei der Stiftung für Wissenschaft und Politik, dass „anspruchsvoller Klimaschutz ohne auf CCS zu setzen“ nicht möglich sei und verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Möglichkeit, durch die Kombination von Biomasse und CCS negative Emissionen zu generieren. Neben der technischen Machbarkeit, die Dr. Hans-Wilhelm Schiffer, Leiter Allgemeine Wirtschafspolitik/Wissenschaft bei RWE, CCS attestierte, sei aber vor allem aber auch der CO2-Preis ein entscheidender Faktor, so Birol. Die Abscheidung und unterirdische Speicherung könne dann ökonomisch betrieben werden, wenn Investitions- und Betriebskosten von CCS-Kraftwerken günstiger seien als der Erwerb von CO2-Zertifikaten.
2-Grad-Ziel ist nur mit CCS zu erreichen
Mit Blick auf das 2-Grad-Ziel und die dafür notwendigen Maßnahmen wurde Birol zum Enden noch einmal deutlich: „CCS ist eine entscheidende Technologie. Wenn wir CCS in 25 Jahren nicht implementiert haben, ist das 2-Grad-Ziel nicht zu erreichen.“ |
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Zurm World Energy Outlook 2011
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Speicherkataster
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Meilenstein für “Raumordnung“ des tiefen Untergrundes
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Die staatlichen geologischen Dienste von Bund und Ländern haben nach jahrelanger intensiver Arbeit das gemeinsame Speicherkataster erarbeitet, in dem der tiefe Untergrund des deutschen Festlandbereiches erfasst wird. Die in das Kataster aufgenommenen Speicher- und Barrieregesteine wurden nach bundesweit einheitlichen Kriterien bewertet. Untersucht wurden beispielsweise mögliche Nutzungsoptionen wie die Erdgasspeicherung, Geothermie oder die CO2-Speicherung.
Das Informationssystem Speicher-Kataster Deutschland soll Wirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Öffentlichkeit als umfassende Grundlage bei der Identifizierung von möglichen Nutzungsoptionen und möglicherweise bestehenden Nutzungskonkurrenzen des tiefen Untergrundes dienen. Je nach Interessenslage können für ein ausgewähltes Gebiet die abgestimmten Karten über Speicher- und Barrieregesteine mit den entsprechenden Informationen über Tiefbohrungen und Seismik ergänzt werden. Koordiniert wird das Projekt von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).
Das Speicher-Kataster mit dem vollständigen Projektnamen „Informationssystem Speichergesteine für den Standort Deutschland – eine Grundlage zur klimafreundlichen geotechnischen und energetischen Nutzung des tieferen Untergrundes“ wurde zwischen 2008 und 2011 durchgeführt. Laut BGR stellen die vorliegenden Ergebnisse einen „Meilenstein“ zur Schaffung einer notwendigen Grundlage für eine zukünftige, nachhaltige und verantwortliche Nutzung der Geopotenziale des tieferen Untergrundes dar. Finanziert wurde das Projekt mit Mitteln der Projektpartner, des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und von Industrieunternehmen. |
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Weiterführende Informationen
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USA
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CCS-Demoprojekt: Speicherung von CO2 hat begonnen
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Das vom U.S.-Ministerium für Energie ins Leben gerufene Midwest Geological Sequestration Consortium (MGSC) hat die CO2-Speicherung in Decatur im Bundesstaat Illinois aufgenommen. Das CO2 wird bei der Ethanolproduktion in der Archer Daniels Midland-Anlage gewonnen und nach anschließender Verdichtung per Pipeline transportiert und in salinen Aquiferstrukturen in einer Tiefe von 2.000 Meter gespeichert. Im Rahmen des auf eine Dauer von drei Jahren angelegten Projektes sollen bis zu 1 Million Tonnen CO2 gespeichert werden.
Das Projekt ist Teil des „Regional Carbon Sequestration Partnership Program“, in dessen Rahmen die erfolgversprechendsten Ansätze zur Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS) identifiziert und gefördert werden sollen. Die Initiative wird begleitet durch das vom Energieministerium getragene „Office of Fossil Energy“. Die Administration Obama verspricht sich von CCS – gemeinsam mit anderen Klimaschutztechnologien – eine Reduktion der CO2-Emissionen und damit einen wichtigen Schritt bei der Bekämpfung des globalen Klimawandels. Die USA gehören mit China zu den größten CO2-Emmitenten der Welt. |
Interview
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"Die CO2-Speicherung bietet eine Lösung"
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Lesen Sie hier ein Interview vom 25. November 2011 zwischen spektrum.de und Dr. Michael Kühn, Leiter des Bereichs CO2-Speicherung am GeoForschungsZentrum Potsdam und verantwortlich für die CO2-Speicherung am Standort Ketzin, zu den Chancen der CCS-Technologie. |
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Zum Interview
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Die nächsten Termine
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13. bis 15. Dezember
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14. Dezember 2011
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Workshop: CCS-Technologie – Werkstofffragen prozesstechnisch lösen
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Ort: Frankfurt am Main, Deutschland
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7. Februar 2012
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Carbon Capture and Storage: demonstration programmes and the 2050 roadmap
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Ort: London, Großbritannien
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27. bis 28. Februar 2012
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Platts 6th Annual European Carbon Capture and Storage Conference
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Ort: London, Großbritannien
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»Weitere Informationen
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IZ Klima – Informationszentrum für CO2-Technologien e.V.
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Herausgeber: IZ Klima e.V.,
V.i.S.d.P.: Michael Donnermeyer, Geschäftsführer IZ Klima e.V. |
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